Absage

Margarete Stokowski ist meinungsstark, das ist ihr Markenzeichen und ihr Recht. Sollte sie aber eine Lesung streichen, weil ihr die Buchhandlung nicht passt?

Die Spiegel-Kolumnistin stört sich an rechten Primärtexten aus rechten Verlagen: Ein kleines Angebot hat die Münchner Buchhandlung Lehmkuhl vorrätig. In diesem Umfeld will Stokowski mit ihrem neuen Buch nicht auftreten, dessen Titel die letzten Tage des Patriarchats verspricht.

Mit ihrer Absage trifft sie bei Lehmkuhl-Geschäftsführer Michael Lemling natürlich nicht auf Zustimmung, bringt aber wichtige Fragen auf die Agenda:

  • Sollte bzw. darf eine Buchhandlung rechte Primärtexte im Regal haben?
  • Wenn sie das tut – ist das ein guter Grund, sie zu boykottieren, auch wenn die Buchhandlung nicht rechts ist und keine rechte Propaganda betreiben will?

Es gibt gute Gründe dafür, dass eine Buchhandlung solche Texte nicht vorrätig haben sollte, hier stimme ich Stokowski zu. Dennoch: Ich hätte es besser gefunden, wenn sie ihre Lesung nicht abgesagt, sondern sich differenzierter mit Lehmkuhl auseinandergesetzt, wenn sie der Buchhandlung gerechter geworden wäre.

Beide Seiten können aber tun, was sie für richtig halten: Handlungs- und Meinungsfreiheit ist das Gute in dieser Geschichte. Es gibt sie zum Glück tatsächlich: die positiven Seiten Deutschlands.

Wer mehr über diese Geschichte wissen will – hier geht es zur Stellungnahme von Lehmkuhl-Geschäftsführer Michael Lemling:

https://www.boersenblatt.net/artikel-margarete_stokowski_sagt_lesung_bei_lehmkuhl_ab.1545645.html

Hier geht es zur ebenfalls lesenswerten Erwiderung Margarete Stokowskis:

https://www.rowohlt.de/news/stellungname-margarete-stokowski

 

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